WordPress-Installation zum Multisite-Netzwerk umfunktionieren

29. März 2021 | htaccess, WordPress, wp-config.php

Ihre WordPress-Installation lässt sich relativ einfach auf eine Multisite-Umgebung umstellen. So können Sie aus einer einzigen Installation heraus eine ganze Reihe von Websites administrieren und publizieren. Das hat vor allem hinsichtlich Wartung einige Vorteile, bringt aber auch gewisse Nachteile mit sich. Wir sagen Ihnen, wann sich eine Wechsel lohnen kann, wie es geht und wo sich die Multisite-Funktion nicht wirklich eignet.

Der Hauptvorteil einer WordPress-Multisite-Installation ist die zentrale Kontrolle, welche mit der Multisite einher gehen. Weiter spart man Zeit (und damit Kosten) und Speicherplatz.

  • Alle Websites der Multisite liegen auf einer einzigen WordPress-Installation. Sie greifen alle auf dieselben Themes und Plugins zurück. Das spart Speicherplatz auf dem Webserver
  • Alle Themes und Plugins werden zentral verwaltet. Updates werden nur einmal durchgeführt  und stehen dann allen publizierten Websites zur Verfügung.
  • Der Superadministrator eines Multisite-Netzwerks verfügt über sehr umfassende Kontrollmöglichkeiten. Er steuert die Designs der einzelnen Webauftritte und entscheidet über Themes und Funktionen.

Gehen wir ans Werk.

1. Vorbereitungen

Als erstes sollten Sie sich überlegen, wie Sie das Multisite-Netzwerk gestalten möchten. Sie haben zwei Möglichkeiten:

  1. Subdomain-Struktur
    Das sähe dann etwa so aus: https://website1.ihredomain.ch, https://website2.ihredomain.ch, https://website3.ihredomain.ch usw.
  2. Unterverzeichnis-Struktur
    Etwa wie hier: https://ihredomain.ch/website1, https://ihredomain.ch/website2, https://ihredomain.ch/website3 usw.

Die Suchmaschinen gehen bei einer Subdomain-Struktur von eigenständigen Websites aus – bei der Unterverzeichnis-Struktur erwarten Suchmaschinen eine Anzahl Unterseiten eines grossen Ganzen. Der nationale Verband wird für seine regionalen Sektionen also eher eine Unterverzeichnis-Struktur wählen – die Webagentur, welche viele Kundenprojekte in einer Multisite zusammenfasst, wird zur Subdomain-Struktur greifen.

Die Frage sollten Sie sich wohl überlegen, zumal dies nach der Installation nicht mehr geändert werden kann.

Auch müssen Sie sich bewusst sein, dass Sie eine Multisite-Website nicht mehr in eine gewöhnliche WordPress-Website zurück verwandeln können. Das liesse sich nur mit einem Backup-Restore bewerkstelligen.

Vor der Installation sollten Sie ausserdem folgende Checklist durcharbeiten:

  • Erstellen Sie ein Backup Ihrer Website
  • Deaktivieren SIe alle Plugins
  • Stellen Sie sicher, dass die Permalinks funktionieren.
    Wir empfehlen, die Permalink-Struktur auf ein verständliches Format zu setzen – etwa auf «Beitragsname»

2. WordPress-Multisite aktivieren

Nun geht’s an die Arbeit: Öffnen Sie mittels Ihrem FTP-Programm oder auch im Dateiexplorer Ihres Providers die Datei wp-config.php im WordPress-Verzeichnis Ihrer Website. Dort tragen Sie folgende Zeile ein:

define( 'WP_ALLOW_MULTISITE', true );
  • Achten Sie darauf, die Zeile nicht ganz am Ende einzufügen; auf jeden Fall vor dem Eintrag
    /* That's all, stop editing! Happy blogging. */
  • Speichern Sie die Datei wp-config.php wieder an ihrem angestammten Ort. Nun steigen Sie ins Backend Ihrer Website ein – falls Sie es bereits offen haben: aktualisieren Sie das Backend mit «F5».
  • Klicken SIe auf «Werkzeuge». Dort sehen Sie nun den neuen Punkt «Netzwerk-Einrichtung.
  • Wenn Sie diesen öffnen, können Sie eintragen, ob die Struktur Ihrer neuen Multisite auf Subdomains basiert oder auf Unterverzeichnissen.
  • Anschliessend geben Sie in diesem Fenster einen Netzwerk-Titel und Ihre E-Mail-Adresse als Netzwerk-Administrator ein.
  • Danach klicken Sie auf «Installieren».
  • Nun gibt Ihnen WordPress zwei Text-Schnipsel vor, die Sie wieder in Dateien in Ihrem WordPress-Verzeichnis unterbringen müssen:
    • Meist etwa 6 Zeilen für die Datei wp-config.php
    • und ein Zeilenblock für die .htaccess.

    Beachten Sie genau, wo Ihnen WordPress rät, die Zeilen zu platzieren.

  • Wenn das alles geklappt hat, ist die Umstellung auf die Multisite-Umgebung abgeschlossen.

Aktualisieren Sie nun Ihr WordPress-Backend – unter Umständen müssen Sie sich neu einloggen. Unter «Meine Websites» im Seitenkopf finden Sie jetzt ein neues Untermenu. Dort werden Sie in Zukunft die Plugins und Themes zentral verwalten und/oder neue Websites hinzufügen. Da Sie vor der Installation alle Plugins ausgeschaltet haben, sollten Sie diese nun wieder allesamt aktivieren gehen.

Multisite hat nicht nur Vorteile

Ich selber hatte ein Multisite-Netzwerk in Betrieb, habe es aber nach einiger Zeit wieder gelöscht und durch mehrere Einzelinstallationen ersetzt. Der Grund war: Sehr viele Plugins sind geeignet für Multisite-Anwendungen – viele hingegen nicht. Das hat zu Problemen geführt. Weiter war es nicht ganz einfach, gewisse Plugins nur einzelnen Websites zuzuweisen und diese auf anderen nicht zur Verfügung zu stellen. Das hat bei einigen Administratoren zu Fragen geführt – sie haben Pluginmeldungen erhalten, welche sie nicht betrafen. Dasselbe mit den Themes. Das zu bewirtschaften war relativ aufwändig.

Auch sind die Pfadangaben – etwa der Bilder – relativ kryptisch: Die Domains werden nicht als Klartext angegeben sondern in Angaben wie https://ihredomain.ch/wp-content/uploads/sites/3/dateiname.jpg. Nicht unbedingt einfach verständlich. Und letztlich war das Herauslösen von Domains nicht ganz ohne: Recht einfach geht’s noch mit den untergeordneten Seiten – die Ablösung der Hauptdomain hingegen hat sich als haarig erwiesen.

Fazit: Nach einigen Jahren habe ich die sehr unterschiedlich ausgerichteten Websites wieder als Einzelinstallation aufgesetzt und das Multisite-Netzwerk aufgelöst. Solange der Speicherplatz des Hosting ausreicht – und das tut er noch eine Weile – lass ich es dabei und habe eher weniger Aufwand als MIT Multisite. Aber es gibt sicher Anwendungsbereiche, in denen eine Multisite hilfreich ist.

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